Tipps zur Tierfotografie: So setzt du Hund, Katze & Co. gekonnt in Szene

Wenn du schon mal ein Tier vor der Linse deiner Kamera hattest, dann hast du sicher festgestellt: Das perfekte Tierfoto ist gar nicht so einfach zu bekommen. Doch mit den richtigen Tricks und technischen Kniffen schaffst du es ganz leicht, spannende Fotos von deinem Haustier oder Wildtieren zu machen. Wir verraten dir, was du beachten musst, wenn du Tiere im Zoo oder dein eigenes Haustier fotografieren willst.

Kind versucht, seinen Hund zu fotografieren
Mach dein Haustier zum Foto-Modell! © iStock/ Chalabala

Tiere im Zoo fotografieren: So gelingen tolle Aufnahmen

Ob ein Tiger beim Baden, zwei kämpfende Büffel oder spielende junge Schimpansen: Der Zoo bietet eine ganze Menge großartiger Motive. Du musst nur wissen, worauf es ankommt, wenn du Tiere im Zoo fotografieren willst.

Ideale Bedingungen für deine Zoobilder: Besuchszeit, Wetter & Licht

  • Such dir für deinen Zoobesuch einen Tag aus, an dem das Wetter zwar freundlich, der Himmel aber leicht bewölkt ist. So wird das Licht weich gefiltert. Grelles Sonnenlicht solltest Du unbedingt vermeiden.
  • Das beste Licht zum Fotografieren hast du vor 10 Uhr und nach 16 Uhr – geh also am besten gleich morgens oder erst am späten Nachmittag in den Zoo.
  • Plane für deinen Besuch genug Zeit ein, denn für ein richtig tolles Foto musst du mitunter eine ganze Weile vor dem Gehege warten.
  • An Tagen mit wenigen Besuchern, also unter der Woche, ist das Fotografieren wesentlich stressfreier und du kannst dich ungestört vor dem Tiergehege positionieren.

Tolle Motive finden

  • Beachte die Fütterungszeiten der Zootiere: Hier ergeben sich besonders spannende Motive.
  • Vor lauter Aufregung über die herumtollenden Affen oder die watschelnden Pinguine solltest du nicht vergessen, dein Bild gerade auszurichten. Ein gerader Horizont ist besonders wichtig, wenn du Wasserflächen fotografierst.

 

Gruppe Pinguine spiegelt sich im Wasser
Die Spiegelung der Pinguine im Wasser macht dieses Bild besonders interessant. (© iStock/ JaysonPhotography)

Technische Kniffe für deine Fotos von Zootieren

  • Für verwacklungsfreie Bilder solltest du am besten ein Stativ mitbringen.
  • Fotografiere nie mit Blitz: Erstens würdest du damit die Tiere nur erschrecken, zweitens sorgt der Blitz bei Glasscheiben für unschöne Reflexe. Viele Zoos erlauben das Fotografieren mit Blitz ohnehin nicht.
  • Fotografieren durch Glasscheiben: Halte die Linse möglichst dicht vor die Scheibe, um Spiegelungen zu vermeiden.
  • Fotografieren durch Gitter: Indem du eine möglichst kleine Blendenzahl (ab f/4.0, noch besser: f/2.8) verwendest und das weiter entfernte Tier scharfstellst, lässt du das Gitter auf deinem Foto verschwinden.
Foto mit großer Blendenöffnung
Je kleiner die Blendenzahl, desto mehr verschwinden die Käfiggitter. Für dieses Foto wurde eine Blendenöffnung von f/5 verwendet (Belichtungszeit: 1/250 Sek. Brennweite: 39 mm). (© iStock/ 17734)

Ort & Zeitpunkt für perfekte Haustierbilder

Es ist viel Geduld nötig, wenn du dein Haustier fotografieren willst – gute und natürliche Fotos entstehen nicht „einfach so“ und auf die Schnelle. Beobachte dein Tier am besten in seiner gewohnten Umgebung und bei typischen Verhaltensweisen – dabei gelingen die besten Haustierfotos! Zum Beispiel deine Katze am Kratzbaum, dein Hund beim Toben im Freien oder dein Meerschweinchen beim Salatblattkauen.

Gerade in solchen Momenten kann ein lustiges Foto entstehen. Wie zum Beispiel dieses Katzenbild:

From @smcrawfordpix: "Look into my eyes as I contort my way into your soul." #catsofinstagram

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Bei der Tierfotografie unterscheidet man zwischen zwei Arten von Aufnahmen: Porträtfotos von Tieren oder Fotos, die die Tiere in Aktion zeigen. Wir verraten dir, was du dabei beachten musst.

Blende: Für gelungene Porträts

Für ein tolles Porträt eines Tieres, egal ob Hund oder Löwe, empfehlen wir dir, eine kleine Blendenzahl zu verwenden: So stellst du störende Bildhintergründe unscharf dar und rückst das Tier in den Fokus.

Porträtfoto Giraffe
Für dieses eindringliche Tierporträt hat der Fotograf eine geringe Blendenzahl (f/2.8) verwendet. (© iStock/ ViktorCap)

Achte außerdem darauf, dass die Schärfe auf den Augen des Tieres liegt. So wird dein Tierfoto erst richtig interessant, denn der Blick des Betrachters wird sich – wie auch bei Fotos von Menschen – immer zuerst auf die Augen richten.

Verschlusszeit: Bewegte Tiere scharf darstellen

Wenn du Tiere in Bewegung fotografieren willst, solltest du die Verschlusszeit deiner Kamera gering einstellen (mindestens 1/250 Sek.). Denn je länger Licht in die Kamera fällt, desto verschwommener wird das Tier auf dem Foto zu sehen sein. Zudem ist ein Stativ sinnvoll, um Verwacklungen zu vermeiden. Indem du eine größere Blendenzahl (ab f/8) wählst, verhinderst du, dass das Tier den Schärfebereich verlässt, bevor du den Auslöser drückst.

Hund spielt im Gras
Wenn du deinen Vierbeiner beim Herumtoben ablichten willst, wähle eine möglichst kurze Verschlusszeit (hier: 1/1250 Sek.). (© iStock/ Bigandt_Photography)

Empfehlenswert ist außerdem der Sport-Modus vieler Kameras, denn dieser ist darauf ausgelegt, Motive in Bewegung festzuhalten. Damit wird die Verschlusszeit automatisch verringert und du kannst dich ganz auf das Fotografieren konzentrieren.

Weißabgleich für eine originalgetreue Farbgebung

Wenn du dein Haustier in der Wohnung fotografieren willst, ist das künstliche Licht ein Problem. Verwende den manuellen Weißabgleich, um eine möglichst originalgetreue Farbwiedergabe zu erzielen: Richte deine Kamera auf einen hellen, neutralen Hintergrund (zum Beispiel eine weiße Wand) und bestätige dies mit der Weißabgleichfunktion der Kamera (eine Anleitung findest du im Benutzerhandbuch deiner Kamera).

Alternativ wählst du die Voreinstellung für künstliches Licht im Menü-Punkt „WB“ (“White Balance“) deiner Kamera.

Ideale Lichtverhältnisse

Für großartige Fotos sind die Lichtverhältnisse das A und O: Aufnahmen im Freien solltest du nach Möglichkeit morgens oder abends, nicht aber im grellen Mittagslicht machen.

Bei Innenaufnahmen ist eine ausreichende Beleuchtung entscheidend. Denn ist das Licht zu schwach, wird dein Foto krümelig. Schalte zum Beispiel einfach die Deckenbeleuchtung ein. Mit Blitz solltest du aber nicht fotografieren: Zum einen kann der Blitz Tiere erschrecken und blenden, zum anderen ist der grelle Blitz für empfindliche Tieraugen schädlich. Unschöne und unprofessionelle Nebeneffekte des Blitzes sind zudem rote Tieraugen und harte Schatten.

Die richtige Perspektive

In der Regel solltest du dein Haustier oder Zootiere auf Augenhöhe fotografieren – also gehe ruhig mal in die Knie. Fotos von oben oder unten wirken häufig unprofessionell, können aber je nach Bildgestaltung durchaus interessante Blickwinkel eröffnen. Es kommt dabei immer auch auf die Umgebung des Tieres an und welche Aussage du mit deinem Foto machen willst.

Am besten, du schulst deinen Fotografenblick, indem du mit unterschiedlichen Perspektiven experimentierst. Sieh dir auch die Fotos von anderen Fotografen an und achte darauf, wie sie Tiere fotografieren.

Tipps & Inspirationen

Zum Abschluss zeigen wir dir ein paar inspirierende Beispiele von gelungenen Tierbildern. Instagram ist dafür eine wahre Fundgrube! Bestimmt ist auch für dich die eine oder andere Anregung dabei.

Hunde fotografieren: Ideen für tolle Hundebilder

Dogsofinstagram bietet eine Menge Inspiration für lustige und süße Hundebilder.

http://www.instagram.com/p/BKQXvBVhsar/

Ist der nicht süß? Und wie schuldbewusst er zu uns aufsieht! Dieses Foto ist ein schönes Beispiel dafür, wie die Vogelperspektive gelungen eingesetzt werden kann.

Packe einfach ein passendes Accessoire wie diesen lustigen Rucksack auf das Bild mit deinem Hund – schon wird aus einem Allerweltshundefoto ein ganz besonderes Bild!

Der Fotograf Christian Vieler setzt Hunde beim Schnappen nach Leckerlis großartig in Szene. Wir finden, seine Bilder gehören zu den lustigsten Hundefotos, die wir je gesehen haben!

Wer von den beiden wird wohl das Leckerli schnappen?

Caught in the act: Eine ganz besondere Hunde-Momentaufnahme!

So hast du deinen Vierbeiner sicher noch nie fotografiert, oder? Einziger Wermutstropfen: Man muss schon ein echter Profi sein, um solche Hundefotos zu machen! Mehr davon findest du auf Christian Vielers Instagram-Account fotosfreischnauze.

Katzen fotografieren

Auch viele großartige Katzenbilder kannst du auf Instagram entdecken, etwa bei Cats of Instagram:

From @izzyandthefluff: "Will you take me with you?" #catsofinstagram

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Beobachte deine Katze beim Spielen oder beim Erkunden ihrer Umgebung. Und halte unbedingt deine Kamera bereit, damit du im entscheidenden Moment nur noch auf den Auslöser zu drücken brauchst!

From @ferrecats : "Look, I can sit like a human" #catsofinstagram

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Das Fell der Katze und der Leoprint ihres Sessels ergänzen sich perfekt. Auch hier hat der Fotograf genau im richtigen Augenblick auf den Auslöser gedrückt und so die ungewöhnliche Haltung der Katze und ihren erstaunten Blick eingefangen.

Eine Katze, die Eis schleckt? Ganz schön ungewöhnlich – und damit ein ganz besonderes Motiv!

Fazit

Haben dich die Bilder inspiriert? Dann leg am besten gleich los mit deinen eigenen Tierfotos! Wenn du unsere Tipps beachtest, sollte eigentlich nicht mehr viel schiefgehen. Unser wichtigster Tipp zum Abschluss: Einfach ausprobieren! Je mehr du experimentierst und übst, desto besser werden dein Gespür für deine Kamera und dein Blick für tolle Tiermotive!

Sobald du ein paar neue Lieblingstierfotos geknipst hast, solltest du sie natürlich nicht auf der Festplatte deines Rechners verstauben lassen. Lass sie dir als Wanddekoration drucken oder bestelle ein tierisches Fotogeschenk. Darüber freuen sich bestimmt auch die Tierfans unter deinen Freunden!

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